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Ulf B. Christen zur Pro-Gott-Volksinitative

Kommentar Ulf B. Christen zur Pro-Gott-Volksinitative

Durch die Kirchen ist ein Ruck gegangen. Vielerorts sammeln nicht nur Promis und Pastoren, sondern auch viele einfache Gemeindemitglieder fleißig Unterschriften für die Pro-Gott-Volksinitiative. Schon lange nicht mehr haben Menschen so zahlreich und so engagiert für ihren Glauben gestritten. Das nötigt auch eingefleischten Atheisten Respekt ab.

Besonders deutlich ist die Aufbruchstimmung in der evangelischen Kirche zu spüren. Viele Protestanten wirken geradezu euphorisch, weil sie nach vielen schwierigen Jahren, dem Verlust von Mitgliedern und Macht, jetzt die (Volks-)Initiative ergreifen können – fast so wie einst Martin Luther: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Auch der katholischen Kirche tut die Initiative gut. Ihre Mitglieder sind allerdings in der Diaspora gewohnt, für ihren Glauben einzutreten.

Nach dem fulminanten Start muss man kein Prophet sein, um der Initiative einen Erfolg vorherzusagen. Sie wird bereits weit vor der Ein-Jahres-Frist die nötigen 20000 Unterschriften zusammen haben. Je mehr es werden, desto größer wird der Druck auf den Landtag, die Verfassung nachzubessern. Möglich ist das allemal. Das zeigt Niedersachsen. Dort erstritt eine kirchliche Bürgerbewegung vor 20 Jahren eine Gottesformel in der Verfassung.

Ein solcher Siegeszug ist auch der Initiative „Für Gott in Schleswig-Holstein“ zuzutrauen. Vorausgesetzt, die Volksinitiative artet nicht in eine Volksmissionierung aus. Denn bei allem Verständnis: Es gibt auch gute Argumente gegen eine Gottesformel in einer Verfassung, die über Jahrzehnte ohne Präambel und damit auch ohne Gott ausgekommen ist.

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Volksinitiative zur Gottesformel
Foto: Ihre Initiative findet schnell Zuspruch: Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Fatih Mutlu, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft, setzen sich für einen Gottesbezug in der Verfassung ein.

Die Pro-Gott-Volksinitiative hat binnen nur eines Monats fast 10000 Unterschriften beisammen. Das bestätigte ein Sprecher der Nordkirche. Und zahlreiche Listen, die noch in den Büros der evangelischen und katholischen Gemeinden liegen, sind noch ungezählt.

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