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Ulf B. Christen zum Krümmel-Rückbau

Kommentar Ulf B. Christen zum Krümmel-Rückbau

Der Rückbau-Antrag für Krümmel ist ein Meilenstein auf dem richtigen Weg des Ausstiegs aus der Atomkraft. Der Siedewasserreaktor gehört zu den acht Kernkraftwerken, die in Deutschland nach der Katastrophe von Fukushima stillgelegt wurden. Und er war der einzige dieser Meiler, dessen Zukunft noch offen war.

Gut, dass Vattenfall die Kurve gekriegt hat und Krümmel schleifen will.

Der Jubel in Geesthacht und in Kiel dürfte allerdings eine kurze Halbwertzeit haben. Warum? Der Abriss Krümmels wird mit 18 Jahren deutlich länger dauern als der Bau des Kraftwerks (zwölf Jahre) und er ist mindestens ebenso brisant wie riskant. Das gilt etwa für die Pläne Vattenfalls, mit dem Rückbau 2018 auch dann zu beginnen, wenn auf dem Reaktorgelände noch bis zu 200 defekte Brennstäbe lagern. Umweltminister Robert Habeck sollte hier hart bleiben. Die Bagger dürfen erst loslegen, wenn auch der letzte Brennstab im Castor liegt.

Probleme bereitet auch der nicht-atomare Müll. Im AKW Brunsbüttel, das ab 2017 abgerissen werden könnte, dürften mehr als 300000 Tonnen Betonschrott anfallen, in Krümmel sogar mehr als 500000 Tonnen. Solche Abfälle sind begehrt, allerdings nicht, wenn sie aus einem Atomkraftwerk stammen. Es bleibt also viel zu tun, zumal wir bisher nur einen halben Atom-Ausstieg haben. In Deutschland laufen leider noch acht Meiler, darunter auch Brokdorf.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Kehrtwende
Foto: Krümmel steht wegen einer Pannenserie seit Mitte 2007 fast ununterbrochen still.

Der Energiekonzern Vattenfall hat nach jahrelangem Streit um das Kernkraftwerk Krümmel bei der Kieler Atomaufsicht den vollständigen Abriss des größten Siedewasserreaktors der Welt beantragt. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) begrüßte den Antrag, der nach Information von KN-online eine heikle Passage enthält.

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