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Ulf B. Christen zum Zwischenlager

Kommentar Ulf B. Christen zum Zwischenlager

Umweltminister Robert Habeck kann auch tricky. Der Grüne hat endlich einen wenn auch abenteuerlichen Weg gefunden, um radioaktives Brennmaterial aus dem Schrottreaktor Brunsbüttel in Castoren packen und in das deutlich stabilere Zwischenlager nebenan bringen zu lassen.

Brunsbüttel. Genau das haben Atomexperten seit Jahren gefordert. Gut, dass die Umlagerung jetzt beginnt. Sie macht das Leben in Brunsbüttel sicherer. Für diesen Fortschritt geht Habeck ein hohes Risiko ein. Er hat zwar selbst mit einigen Anti-Atom-Recken an der Unterelbe telefoniert, kann sich aber nicht sicher sein, dass seine Entscheidung klaglos akzeptiert wird. Schließlich lässt hier ein grüner Minister gefährlichen Atommüll in ein nicht genehmigtes Zwischenlager bringen. Und das mit einer Begründung, die mehr als gewagt ist. Man muss wahrscheinlich Jurist sein, um verstehen zu können, dass Castoren einerseits real ins Zwischenlager kommen, aber andererseits fiktiv woanders stehen.

Was zählt, ist auch hier das Ergebnis. Und das stimmt. Auch wenn es Habeck nicht nur um die Sicherheit gegangen sein dürfte. Der Grüne mit Berlin-Ambition möchte das AKW Brunsbüttel so schnell wie möglich schleifen. Ob sein Eiltempo angesichts offener Fragen wie etwa der Deponierung des Atomschutts richtig ist, wird selbst in der Anti-AKW-Szene bezweifelt. Habeck sollte in sich gehen. Unter Zeitdruck steht er nicht – zumal die Reaktor-Brennelemente demnächst vergleichsweise sicher im Zwischenlager schmoren.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Hier werden die Brennelemente umgelagert: Restmüll im AKW Brunsbüttel.

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