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Ulf B. Christen zum schrägen Schulstreit

Kommentar Ulf B. Christen zum schrägen Schulstreit

Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf und hat mit der Schulpolitik ein erstes großes Streitthema. Folgt man Schulministerin Britta Ernst, dann ist bei der Bildung alles in Butter und die Regierungspolitik populär. Folgt man dem CDU-Spitzenkandidaten Ingbert Liebing, dann pfeifen die Schulen auf dem letzten Loch und müssen vom Joch rot-grün-blauer Reformen befreit werden. Die Wahrheit, sie liegt auch hier in der Mitte.

Das gilt auch für die Unterrichtsversorgung. Sie ist besser denn je, das allerdings nur auf dem Papier. In der realen Schulwelt fällt immer noch jede 50. Stunde aus. Die Bilanz ist also eher durchwachsen. Sie rechtfertigt weder das Eigenlob von Ernst noch das Katastrophengeheul von Liebing. Gerade der CDU-Mann sollte kleinere Brötchen backen. Es war die CDU-geführte Regierung, die bis 2012 in den Schulen sparte. SPD, Grüne und SSW halten der Union genau das gern vor und vergessen dabei, dass auch im Startprogramm ihrer Regierung der Rotstift in den Schulen (wenn auch behutsamer) angesetzt werden sollte. Der Kurswechsel erfolgte erst mit den explodierenden Steuereinnahmen.

 SPD und CDU wären deshalb gut beraten, den Wählern im schrägen Schulstreit nicht zu viel zu versprechen. Eine SPD-Lehrer-Vollversorgung und erst recht die CDU-Luxusversion (100 Prozent plus x) wären mehr, als das Land sich in schlechten Jahren leisten kann. Höchste Zeit also, den Wünsch-Dir-Was-Wettbewerb zu beenden.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Landesregierung
Foto: Bildungsministerin Britta Ernst (SPD): Ich halte es für falsch, alle Schulen mit der Gießkanne zu bedienen.

Den Schulen in Schleswig-Holstein geht es rechnerisch besser als jemals zuvor. Wie Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) mitteilte, steigt die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr dank zusätzlicher Lehrerstellen und stabilen Schülerzahlen auf den Rekordwert von im Schnitt 95 Prozent.

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