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Ulf B. Christen zum sozialen Wohnungsbau

Kommentar Ulf B. Christen zum sozialen Wohnungsbau

Die Kritik von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer an Blankenese-Gemeinden vor den Toren Kiels ist überspitzt, aber im Kern richtig. Schon heute gibt es eine Schieflage zwischen der Landeshauptstadt mit ihren sozialen Brennpunkten und noblen Umlandorten wie Strande, Flintbek, Laboe oder auch Kronshagen und Schwentinental.

Das liegt nicht nur, aber auch daran, dass Menschen mit geringem oder ohne Einkommen vor allem in Kiel eine Sozialwohnung finden.

 Dieses Stadt-Umland-Problem gibt es nicht nur in der Kiel-Region. Lübeck hadert mit Wohlfühlorten wie Bad Schwartau, Flensburg mit Handewitt. Gänzlich lösen lässt sich das Problem nicht, weil Menschen in einer Demokratie erfreulicherweise selbst entscheiden, wo sie leben. Aufgabe der Politik ist es allerdings, die Schieflage in einer Region zu begrenzen und eine soziale Spaltung zu verhindern. Dabei würde eine gerechtere Verteilung von Sozialwohnungen helfen. Dabei geht es nicht um Massenunterkünfte im Umland. Hochhäuser tun nicht Not. Ein paar Geschosswohnungen hier und da würden reichen.

 Kämpfer muss und will diese Debatte führen. Er könnte dabei Rückendeckung vom Land gebrauchen: durch eine stärkere Förderung des Wohnungsbaus, durch Abschläge von der Grunderwerbssteuer für Sozialbauten und durch eine Flexibilisierung der Landesplanung. Sie muss Gemeinden mehr Spielraum lassen und ihnen den Bau von Sozialwohnungen und Villen ermöglichen.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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