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Ulf B. Christen zur A20

Kommentar Ulf B. Christen zur A20

Die Ex-Landesregierung hat die Bürger bei der A20 bewusst und dreist getäuscht. Verkehrsminister Reinhard Meyer und Staatssekretär Frank Nägele (beide SPD) erweckten stets den Eindruck, als ob es mit dem wichtigsten Verkehrsprojekt im Land problemlos voranginge.

Kiel. Kein Wort darüber, dass an der geplanten Trasse inzwischen EU-geschützte Zwergschwäne leben, dass die Planungen für zwei der sechs Abschnitte weitgehend ruhen und dass ein Ingenieurbüro mit entscheidenden Unterlagen nicht zu Potte kommt. Diese Wählertäuschung ist mehr als schlechter Stil. Sie ist ein Skandal.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass der große A20-Schwindel der neuen Regierung zupasskommt. Das gilt insbesondere für Ministerpräsident Daniel Günther. Er wollte die A20 in fünf Jahren fertig bauen und kann die Nicht-Einlösung seines erkennbar absurden Versprechens (allein die reine Bauzeit des Elbtunnels beträgt sechs Jahre) jetzt mit der Täuschungsaktion der Vorgängerregierung erklären.

Nach so viel Lug und Trug um die A20 hat Verkehrsminister Bernd Buchholz jetzt die Chance zum Durchstarten. Der Liberale muss in einigen Monaten endlich eine realistische Zeitplanung auf den Tisch legen und vor allem einen Friedensschluss mit den Öko-Verbänden suchen. Nur so ist ein Klagemarathon gegen die A20 zu verhindern. Bereits versprochen hat Buchholz maximale Transparenz. Mal sehen, ob er Wort hält.

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