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Ulf B. Christen zur Bildungsstudie

Kommentar Ulf B. Christen zur Bildungsstudie

Die schlechten Noten für Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor 2016 verwundern nicht. Sie sind die Quittung für eine harte Sparpolitik in Schulen und Hochschulen. Während andere Länder in die Bildung investierten, setzte die frühere schwarz-gelbe Regierung in Schleswig-Holstein den Rotstift bis 2012 notgedrungen beim Personal an.

Kiel. Dieser Aderlass prägt die Studie, die auf Daten von 2013 und 2014 basiert, und ist ein Hauptgrund für die bittere Bildungsbilanz.

Die rot-grün-blaue Regierung hat die alten Sparbeschlüsse inzwischen dank explodierender Steuereinnahmen einkassieren können. Heute unterrichten mehr Lehrkräfte weniger Schüler. Diese Kehrtwende dürfte allerdings erst in einigen Jahren in Studien auftauchen. Kurzum: Die Schulen und auch die Hochschulen, die Sondermittel erhalten, stehen inzwischen finanziell besser da. Ob und wie stark dadurch die Qualität des Bildungssystems steigt, ist angesichts fragwürdiger rot-grüner Reformen allerdings offen.

Nicht minder brisant ist ein anderes Ergebnis des Bildungsmonitors. Das Länder-Ranking zeigt ein wachsendes und gefährliches Süd-Nord-Gefälle. Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg können sich Bildungssysteme leisten, von denen die Küstenländer mit Ausnahme Hamburgs nur träumen können. Diese Schieflage muss notfalls vom Bund korrigiert werden. Es kann nicht sein, dass in Deutschland die Bildungschancen von Kindern, Jugendlichen und Studierenden vom Wohnort abhängen.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Studie
Foto: Nur wenige Kinder werden verspätet eingeschult oder bleiben sitzen.

Das Bildungssystem in Schleswig-Holstein ist in den vergangenen Jahren als einziges in Deutschland schlechter geworden. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor 2016, den die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Donnerstag vorstellte. Schleswig-Holstein landet nur auf Platz 13.

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