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Ulf B. Christen zur FH-Förderung

Kommentar Ulf B. Christen zur FH-Förderung

In der Landesregierung gehört Kristin Alheit bisher nicht zu den großen Leistungsträgern. Besonders dürftig fällt die Bilanz der SPD-Politikerin im Wissenschaftsbereich aus, den sie 2014 notgedrungen übernehmen musste. Um so überraschender ist Alheits aktueller Vorschlag, ein großes Bund-Länder-Förderprogramm für die Fachhochschulen aufzulegen.

Diese Initiative ist innovativ, dürfte Beifall aus anderen Ländern bekommen und könnte bundesweit Furore machen.

Das liegt auch daran, dass Alheit den Finger in die Wunde legt. Bund und Länder haben sich in den vergangenen Jahren darauf konzentriert, den besten der unter dem Massenansturm leidenden gut 100 Universitäten Spitzenforschung und damit Profilbildung zu ermöglichen. Für die mehr als 200 Fachhochschulen, die ebenfalls überlastet sind, fielen nur ein paar Förderkrümel ab. Diese Schieflage muss korrigiert werden. Und zwar nicht dadurch, dass die Unis weniger Geld erhalten, sondern durch ein spezielles Förderprogramm für die Fachhochschulen.

Dieses Programm muss allerdings anders gestrickt sein als die Exzellenzinitiative für die Unis. Die FHs lehren so praxisnah, dass ihre Absolventen leichter als viele Uni-Akademiker einen Job bekommen – und das oft in der regionalen Wirtschaft. Im Zentrum der FH-Förderung müssen deshalb anwendungsbezogene Konzepte stehen. FHs sind keine kleinen Unis. Oder andersherum: Spitzenforschung muss Sache der Unis bleiben, hier im Norden vor allem der CAU in Kiel.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Neues Förderprogramm
Foto: Mit mehr als 7400 Studierenden (2015) ist die Fachhochschule Kiel die zweitgrößte Hochschule im Land. Bislang beschränkte sich die finanzielle Förderung durch den Bund und die Länder vor allem auf die Universitäten.

Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Kristin Alheit schlägt ein neues Exzellenz-Kapitel auf. Nach den Plänen der SPD-Politikerin sollen künftig auch die besten deutschen Fachhochschulen Fördermittel in Millionenhöhe erhalten. Profitieren könnten davon auch die FHs etwa in Kiel oder Lübeck.

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