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Ulf B. Christen zur Flüchtlingskrise

Kommentar Ulf B. Christen zur Flüchtlingskrise

Schleswig-Holstein steht vor der größten Herausforderung seit Jahrzehnten. In den nächsten drei Monaten muss das Land nach der neuesten Prognose mindestens 25.000 weitere Flüchtlinge aufnehmen, unterbringen und teils integrieren.

Das wird mehr als schwierig, weil die Aufnahmeeinrichtungen bereits überfüllt sind, es in manchen Städten kaum noch freie Wohnungen gibt und viele ehrenamtliche Helfer schon seit Monaten mehr arbeiten als eigentlich möglich ist.

Natürlich kann man jetzt darüber diskutieren, ob neben Krieg und Armut auf der Welt auch Politik und Medien in Deutschland mitverantwortlich für das Ausmaß der Flüchtlingswelle sind. Diese Debatte muss und sie wird eines Tages geführt werden. Wichtiger ist derzeit aber, sich mit aller Kraft auf die neue Asylwelle einzurichten und die Flüchtlinge warm und sicher durch den Winter zu bringen. Notfalls müssen die Schleswig-Holsteiner ein Stück zusammenrücken.

Klar ist aber auch, dass die Belastungsgrenze bald erreicht ist. Deshalb muss der Berliner Asylkompromiss ohne Abstriche auch in Schleswig-Holstein umgesetzt werden. Das schließt eine möglichst humane, aber schnelle Abschiebung von Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive ein. Eine solche Praxis dürfte dazu führen, dass die Flüchtlingszahlen in einigen Monaten sinken und das Asylrecht auf seinen Kern zurückgeführt wird. Es soll und muss Menschen, die politisch verfolgt werden oder aus Kriegsregionen flüchten, eine neue und sichere Heimat bieten.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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