6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Ulf B. Christen zur Flüchtlingspolitik

Kommentar Ulf B. Christen zur Flüchtlingspolitik

Das Innenministerium hat gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen. Der Hilfseinsatz der Polizei für Flüchtlinge ist zwar ungewöhnlich, angesichts des Ansturms von Asylbewerbern aber dringend geboten.

Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten braucht trotz großem Einsatz seiner Mitarbeiter jede Hilfe, um Flüchtlinge menschlich, schnell und ordnungsgemäß in Schleswig-Holstein aufnehmen zu können.

Wie dramatisch die Lage des Amtes in Neumünster ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Mit jetzt 14000 Flüchtlingen ist der alte Asyl-Rekord von 1992 (gut 12000 Anträge) gebrochen. Im Klartext: Noch nie seit Kriegsende sind so viele Asylbewerber nach Schleswig-Holstein gekommen wie 2015. Und das Jahr ist nicht zu Ende. Der Herbst gilt als Jahreszeit mit dem höchsten Flüchtlingszustrom.

Auf Schleswig-Holstein kommt damit nicht nur ein humanitäres Problem bisher unbekannten Ausmaßes zu. Das Land wird den bereits auf knapp 300 Millionen Euro angehobenen Flüchtlingsetat nochmals aufstocken müssen – und kann nur hoffen, dass der Bund den Sonntagsreden Taten folgen lässt und mehr Geld überweist. Am besten so viel, dass es auch für zusätzliche Stellen bei der Polizei reicht. Denn eines muss klar sein: Die Arbeit der Polizisten als Hilfs-Sheriffs für Flüchtlinge ist wichtig und richtig, darf aber nicht zu Lasten der Sicherheit aller Menschen in Schleswig-Holstein gehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

Mehr zum Artikel
Flüchtlinge
Foto: Vize-Landespolizeidirektor Joachim Gutt will weiterhin die Sicherheit der Bevölkerung sicherstellen.

Die Landesregierung hat mit Blick auf die Flüchtlingswelle die nächsten Notaktionen beschlossen. Eine neue Spezialeinheit der Polizei soll große Teile des Flüchtlingsmanagements übernehmen und so die überforderte Landesverwaltung entlasten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3