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Ulf B. Christen zur HSH

Kommentar Ulf B. Christen zur HSH

Die HSH Nordbank macht sich hübsch für ihren Verkauf und mistet deshalb auch ihren Saustall voller fauler Schiffskredite aus. Dabei haben die Banker im Extremfall nur die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder sie erlassen Reedern wie Peter Kortüm oder jetzt Heinrich Schoeller einen Teil der Schulden in der Hoffnung, dass zumindest die verbleibenden Restkredite zurückgezahlt werden.

Oder sie lassen Reeder wie Bertram Rickmers auflaufen, weil eine Insolvenz für die Bank günstiger ist.

 Dieses Großreinemachen ist für sich genommen nicht zu kritisieren. Der Skandal besteht darin, dass die HSH bis 2008 den Kortüms, Schoellers und Rickmers Milliardenkredite gewährt und oft nur die Schiffe als Sicherheit akzeptiert hat. Viele dieser Pötte fuhren aufgrund der Schifffahrtskrise nie rentabel. An den Pranger gehören also frühere HSH-Banker und deren Kontrolleure aus der Politik, die aus Naivität oder Größenwahn die Länderbank zum größten Schiffsfinanzierer der Welt aufgeblasen haben.

 Heute geht es bei der HSH und in der Politik in Hamburg wie Kiel nur noch um Schadensbegrenzung, wobei Schleswig-Holstein bisher Zusatzschulden von bis zu acht Milliarden Euro drohen. Das sind fast die Landesausgaben eines Jahres. Und es könnte noch schlimmer kommen. Einiges spricht dafür, dass selbst eine aufgehübschte HSH nur verkauft werden kann, wenn Hamburg und Schleswig-Holstein Geld nachschießen.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Medienbericht
Foto: Für ihr heikles Geschäftsfeld gibt es keine Blaupause: Ulrike Helfer und Karl-Hermann Witte sind Vorstandsmitglieder der  HSH Portfoliomanagement.

Die HSH Nordbank will nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" dem Unternehmen des Reeders Heinrich Schoeller rund 800 Millionen Dollar Schulden erlassen. Die genauen Konditionen würden noch verhandelt, heißt es in dem Bericht. Der am Donnerstag vorgelegte Geschäftsbericht für 2016 offenbart außerdem einen Verlust von 500 Millionen Euro.

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