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Ulf B. Christen zur Schulpolitik

Kommentar Ulf B. Christen zur Schulpolitik

Der Ton macht auch in der Politik die Musik. Ein gutes Beispiel ist Schulministerin Britta Ernst. Sie setzt den Schulkurs ihrer umstrittenen Vorgängerin Waltraud Wende fort, das aber hanseatisch kühl, sachorientiert und bodenständig. Mit dem Ergebnis kann das Regierungslager zufrieden sein.

Ernst hat die Schulpolitik binnen eines Jahres fast aus den Negativ-Schlagzeilen bekommen und damit zumindest für Schulruhe gesorgt.

Die Bildungsministerin profitiert dabei von der guten Kassenlage des Landes. Die ursprünglichen Pläne, wegen der sinkenden Schülerzahlen kräftig Lehrerstellen zu sparen, wurden trotz der Schuldenbremse vorerst eingedampft. Wie radikal die Kurskorrektur ist, zeigt ein Mehrjahresvergleich. Nach dem Schulbeginn am Montag stehen mehr Lehrer am Pult als beim Start der rot-grün-blauen Koalition 2012.

Dieser Kraftakt wird sich für die Koalition bei der Landtagswahl 2017 allerdings nur begrenzt auszahlen. Mit Schulpolitik kann man eine Wahl zwar verlieren, aber nicht gewinnen. Das liegt auch daran, dass Ernst nicht nur Erfolge präsentieren kann. Der Unterrichtsausfall ist teils skandalös, der Ausbau der Gemeinschaftsschulen zu Lasten der Gymnasien besorgniserregend und der Stolperstart der Schulassistenten peinlich. Hinzu kommt das Gastschulabkommen. Natürlich müssen Kinder aus Schleswig-Holstein problemlos in Hamburg büffeln dürfen. Schade, dass Ernst hier bremst und die Episode aus dem föderalen Tollhaus nicht beendet.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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