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Ulf B. Christen zur Zukunft Schleswig-Holsteins

Kommentar Ulf B. Christen zur Zukunft Schleswig-Holsteins

Schleswig-Holstein ist selbstverständlich das schönste Bundesland der Welt. Gleichwohl muss am 70. Geburtstag die Frage erlaubt sein, wo die Reise hingehen soll. Der Hamburger Hafen ist der größter Arbeitgeber Schleswig-Holsteins, Fuhlsbüttel sein Flughafen und die Hansestadt der Motor in Norddeutschland.

Die Zukunft Schleswig-Holsteins liegt also auch in Hamburg.

Schleswig-Holstein wäre deshalb gut beraten, die eher zufällige Zusammenarbeit mit Hamburg systematischer anzupacken. Es reicht nicht aus, wenn Hamburg seine Schulen für Umlandkinder weiter öffnet und Schleswig-Holstein im Gegenzug Hafenschlick aufnimmt. Erforderlich ist ein Zwei-Länder-Kraftakt, in dem nach dem Zusammenschluss der Statistikämter, Medienanstalten und Eichämter weitere Fusionen etwa in der Landesplanung, Justiz oder Wissenschaft auf den Prüfstand kommen.

Solche Fusionen sind weder Selbstzweck noch Heilsbringer. Die HSH Nordbank und das Millionen-Desaster um die Verwaltungssoftware Kopers sind dafür traurige Belege. Schleswig-Holstein muss darauf achten, dass es beim Teamwork nicht unter die Räder kommt. Das gilt erst recht bei einem Nordstaat. Er steht im Moment zwar nicht auf der Tagesordnung, das aber nur, weil es Hamburg finanziell blendend und Schleswig-Holstein gut geht. Kleiner Trost: Die Bürger haben das letzte Wort. Sie müssen im Ernstfall darüber abstimmen, ob Schleswig-Holstein auch den 100. Geburtstag feiern kann.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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