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Ulrich Metschies zu Coop

Kommentar Ulrich Metschies zu Coop

Das Schicksal eines der bedeutendsten Unternehmen Schleswig-Holsteins liegt in der Hand einer Behörde. Sollte das Bundeskartellamt über die Fusionspläne von Coop und Rewe den Daumen senken, dann steht es schlecht um die Zukunft der Konsumgenossenschaft, die mit fast 10000 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber im Norden ist.

Kiel. Ein Arbeitgeber, der seit zehn Jahren Verluste schreibt und dennoch fleißig Genossenschaftsdividende ausschüttet. Man muss nicht Betriebswirtschaft studiert haben, um zu begreifen: Da ist irgendwann Schicht im Schacht.

Nun soll alles besser werden, denn mit dem langjährigen Partner Rewe steht ein Handelsriese für eine strategische Kooperation bereit, der die Coop eG nicht nur auf einen Streich von drückenden Millionenschulden befreien, sondern dem Kieler Unternehmen über deutlich bessere Einkaufskonditionen auch Luft für dringend nötige Investitionen verschaffen würde.

Mehrfach haben die Kartellwächter deutlich gemacht, dass ihnen die Konzentration im Lebensmittelhandel mächtig gegen den Strich geht. Der Machtkampf mit dem Bundeswirtschaftsminister im Fall Edeka/Tengelmann zeigt, welch’ harte Bandagen zum Einsatz kommen. Sicher: Rewe ist im Norden vergleichsweise schwach vertreten. Eine Garantie für grünes Licht ist aber auch das nicht. Und so bleibt den Mitarbeitern und den fast 70000 Genossenschaftsmitgliedern leider nur eins: Zittern bis September.

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Ulrich Metschies
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