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Ulrich Metschies zu Entlassungen bei VW

Kommentar Ulrich Metschies zu Entlassungen bei VW

Schock, Traurigkeit und ein Hauch industrieller Endzeitstimmung – das sind Gefühle, die hochkommen, wenn diese Meldung erscheint: „Volkswagen baut in Deutschland mehr als 20.000 Arbeitsplätze ab.“

Natürlich war klar, dass der Konzern – existenziell bedroht von der Abgaskrise und strategischen Versäumnissen – an einer radikalen Neuausrichtung arbeitet, die auch viele Arbeitsplätze kosten wird. Doch diese Zahlen sind brutal.

Es geht ans Eingemachte bei der Konzernkernmarke. Und das muss es auch. Mit entwaffnender Offenheit räumte deren Chef jüngst ein, dass VW in der aktuellen Verfassung nicht zukunftsfähig sei. Natürlich ist Wolfsburg nicht die einzige Konzernzentrale, in der viel zu lange unterschätzt wurde, wie rasant sich die Zukunft der Automobilität verändern wird. Der E-Antrieb steht vor dem Durchbruch zum Massengeschäft, und das Internet wird das Fahren revolutionieren. Apple, Google und Co. wittern ihre Chance, die Sprit-Dinosaurier vom Markt zu verdrängen.

Natürlich muss sich die ganze Branche wandeln. Doch für Volkswagen sind die Bedingungen besonders schwierig: Bedroht von den Milliardenkosten der Betrugsaffäre muss der Konzern sparen und gleichzeitig in neue Technologien investieren. Ein Drahtseilakt unter Zeitdruck. Entscheidend wird sein, wie VW die Einsparungen nutzt. Mit der Behäbigkeit von gestern wird es für den größten Autobauer Europas ein Morgen nicht geben.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Kommentar zum Zukunftspakt
Das VW Werk in Wolfsburg (Niedersachsen)

Der Zukunftspakt ist typisch VW: Er wurde nicht von oben verordnet, sondern unter einigen Schmerzen mit dem Betriebsrat ausgehandelt. Er muss jetzt aber auch umgesetzt werden – sonst ist Volkswagen in zehn Jahren am Ende. Ein Kommentar von Stefan Winter.

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