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Ulrich Metschies zu HSH-Schiffskrediten

Kommentar Ulrich Metschies zu HSH-Schiffskrediten

Zwei Wochen noch, dann sind wir alle Schiffsbesitzer. Zumindest indirekt gehören uns Steuerzahlern in Schleswig-Holstein und Hamburg ab 1. Juli rund 300 Containerfrachter, Öltanker und Massengutfrachter.

Kiel. Schiffe, die die HSH Nordbank in einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro finanziert hat, die in der Dauerkrise der Weltschifffahrt jedoch nicht in der Lage sind, die Zinsen ihrer Finanzierung zu erwirtschaften – von Tilgung ganz zu schweigen. Schiffe, die diese Bank in den Abgrund zu ziehen drohen und die deshalb als Teil einer waghalsigen und in dieser Art weltweit einmaligen Rettungsaktion in die direkte Risikosphäre der öffentlichen Hand übertragen werden.

Je näher der Tag des Verkaufes rückt, desto größer wird die Nervosität im Landeshaus. Das ist nur allzu verständlich, denn obwohl hochbezahlte Wirtschaftsprüfer die Länder bei diesem Deal beraten, ist in höchstem Maße ungewiss, wohin die Reise geht. Während die Opposition das Geschäft als hochriskant und intransparent kritisiert, will die Finanzministerin natürlich den Eindruck erwecken, als habe sie alles unter Kontrolle bei dieser Notoperation, die doch einzig dazu diene, das Kapitel HSH in einem geordneten Verfahren unter maximaler Schonung öffentlichen Vermögens endlich abzuschließen.

Ein Schlussstrich? Der ist noch lange nicht gezogen. Nur so viel ist sicher – und zwar nicht erst seit dieser Rettungsaktion: Ein Happyend wird es nicht geben.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Schiffskredite
Foto: Tobias Koch, CDU-Finanzexperte: „Für das Parlament ist dieses Geschäft so, als würde man die Katze im Sack kaufen.“

Die Uhr tickt: In zwei Wochen werden die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg der ums Überleben kämpfenden HSH Nordbank notleidende Schiffskredite in einem Forderungsvolumen von fünf Milliarden Euro abkaufen. Fest steht nun: Das Institut kalkuliert für die Schrottpapiere einen Kaufpreis von 2,6 Milliarden Euro.

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