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Ulrich Metschies zu Seehofer und den Stromtrassen

Kommentar Ulrich Metschies zu Seehofer und den Stromtrassen

„Zwoa so riesige Stromleitunga durch unsa Bayern? Des kommt übahaupt ned in Froge!“ Ach, wie hat der Seehofer Horst – so oder ähnlich – gegen die beiden Mega-Gleichstrom-Trassen gewettert und gekämpft: gegen den sogenannten SuedLink auf der einen und gegen die Ost-Süd-Trasse auf der anderen Seite. Beide Milliarden-Projekte sind Voraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt. Auch die Bayern sind darauf angewiesen, dass in einigen Jahren, wenn ihre letzten Atommeiler vom Netz gehen, Öko-Strom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden gelangt.

Seehofers Vorschlag, die umstrittene SuedLink-Trasse über Baden-Württemberg zu führen – mit nur einem Abstecher nach Bayern – ist im Norden und bei den Nachbarn im Süden natürlich ein Aufreger. Doch sollte man weder den weißblauen Vorstoß noch die empörten Reaktionen bierernst nehmen. Beides gehört zu einem Schacher-Ritual, das zwar ärgerlich ist, in unserem Föderalismus aber schwer vermeidbar.

Natürlich weiß Seehofer, dass auch im schönen Bayernland Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt. Und so wird der Schutzheilige der Trassengegner vermutlich in den kommenden Monaten erklären müssen, dass nun doch zwei neue Höchstspannungsleitungen in den Freistaat gebaut werden müssen. Der Versuch, den SuedLink nach Westen zu schieben – er dient dem Horst lediglich zur Gesichtswahrung. Und des is freili menschlich.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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SuedLink
Foto: Zwischen Bayern auf der einen und Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg sowie Hessen auf der anderen Seite tobt ein neuer, heftiger Streit über eine geplante Stromtrasse von Nord- nach Süddeutschland.

Zwischen Bayern auf der einen und Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg sowie Hessen auf der anderen Seite tobt ein neuer, heftiger Streit über eine geplante Stromtrasse von Nord- nach Süddeutschland. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wies am Montag heftige Kritik aus den Nachbarländern und dem Norden an einem neuen Trassenvorschlag aus München zurück.

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