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Ulrich Metschies zu den Stromkosten

Kommentar Ulrich Metschies zu den Stromkosten

Rund 40 Euro mehr für Strom im Jahr. 3,30 Euro im Monat oder elf Cent am Tag. Lohnt es, sich über solche Summen aufzuregen? Natürlich nicht. Doch bei den Kosten der Energiewende ist es mit einer Momentaufnahme nicht getan.

Denn die Kosten werden weiter steigen, weil die Energiewende zum Politikum verkommen ist. Über Kreuz liegen Freunde und Gegner von Windkraftanlagen, Planer und Anwohner neuer Stromautobahnen, Bund und Länder und Kommunen und Länder. Und natürlich manche Länder untereinander.

Der ökologische Umbau unser Energieversorgung hätte ein Jahrhundertprojekt werden können, auf das eine Industrienation stolz sein kann. Was erleben wir stattdessen? Eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pannen und Paradoxien, die schleichend das zerstören, was der Schutz des Weltklimas so dringend braucht: Akzeptanz für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie ist nur dann zu haben, wenn die Energiewende als nationale Aufgabe begriffen wird und nicht als teures Hobby windkraftverliebter Fischköppe.

Ja, dass in diesem Jahr allein in Schleswig-Holstein 300 Millionen Euro an Windmüller gezahlt werden für Strom, der aufgrund von Netzengpässen nicht eingespeist werden konnte, das ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn. Dass wir Nordlichter jedoch auf einem Großteil dieser Kosten sitzen bleiben, schreit zum Himmel. Denn während der Norden beim Netzausbau ganz gut davor ist, hakt es im Süden. Eine faire Lastenteilung ist überfällig.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Schleswig-Holstein Netz AG
Foto: Drei Jahre lang hatten die Stromkunden weitgehend Ruhe – nun steht ihnen erneut eine Erhöhung des Strompreises ins Haus.

Drei Jahre lang hatten die Stromkunden Ruhe – nun steht ihnen erneut eine Erhöhung des Strompreises ins Haus. Nachdem der Übertragungsnetzbetreiber Tennet vor Kurzem eine drastische Anhebung seiner Netzentgelte um fast 80 Prozent angekündigte hat, zog nun die Schleswig-Holstein Netz AG (Rendsburg) nach.

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