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Ulrich Metschies zu den U-Booten

Kommentar Ulrich Metschies zu den U-Booten

Natürlich wäre es schön, wenn nicht der Militärschiffbau mehr als 5000 Arbeitsplätze in der Region Kiel sichern würde, sondern die Produktion von Elektro-Autos, Waschmaschinen oder Frühstücks-Cerealien. Doch der U-Boot-Bau in Kiel als wirtschaftliches Schwergewicht ist Fakt.

Er sichert nicht nur Jobs bei TKMS. Er ist die Existenzgrundlage für zahlreiche Zulieferunternehmen. Und er ist mit seiner technologischen Komplexität ein wichtiger Innovationsmotor.

 Nun ist es also so, dass ThyssenKrupp in Kiel keine Müslifabrik baut, sondern 50 Millionen Euro investiert, damit an der Förde künftig U-Boote gebaut werden können, die aufgrund ihrer Größe und Bewaffnungsoptionen die heutige Generation von Brennstoffzellen-U-Booten fast schon friedlich wirken lassen. Das kann man verwerflich finden, müsste dann aber auch akzeptieren, dass bei einem Verzicht auf diese Neuausrichtung der Kieler U-Boot-Bau seine Zukunftsfähigkeit verliert. Denn die globale Sicherheitslage hat sich massiv verschärft. U-Boote spielen in der Verteidigungspolitik eine wachsende Rolle. U-Boote allerdings, von denen sich notfalls auch Marschflugkörper abschießen lassen.

 Der Wille, diesen Markt nicht der Konkurrenz aus Frankreich und Russland zu überlassen, ist verständlich. Er macht aber auch eine Rüstungsexportkontrolle notwendig, die im Zweifel konsequent sagt: Nein!

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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