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Ulrich Metschies zum Baustellen-Chaos

Kommentar Ulrich Metschies zum Baustellen-Chaos

Das Küstenkraftwerk Kiel. Hochmodern. Effizient. Und mit seinen 20 flexiblen Gasmotoren der ideale Partner der Energiewende. So sollte ab Herbst 2018 die Realität aussehen.

Doch nun, nachdem es auf der Baustelle auf dem Ostufer seit Monaten chaotisch zuzugehen scheint, steht fest: Kiel startet mit Verspätung ins neue Energiezeitalter.

 Nach außen bemühen sich alle Beteiligten, den Ball flach zu halten. Das ist nur sinnvoll, schließlich möchte niemand das angespannte Verhältnis zwischen Auftraggeber und Generalunternehmer zusätzlich belasten. Hinter verschlossenen Türen jedoch steigt der Stresspegel, fassen sich Mitarbeiter an den Kopf, laufen sich Juristen warm. Denn derzeit ist nicht nur völlig unklar, wie es auf der größten Baustelle Kiels weitergehen wird, sondern auch wer am Ende für Millionen an Folgekosten aufkommen wird.

 Nun soll also das betagte Kohlekraftwerk ein Jahr länger laufen, um die Fernwärmeversorgung von rund 70000 Haushalten zu gewährleisten. Das ist ein bitterer Rückschlag für Kiel und seine Stadtwerke – nicht nur finanziell und klimapolitisch, sondern auch mit Blick auf die peinliche Außenwirkung. Schließlich blicken Experten aus dem In- und Ausland gespannt an die Förde. Ein Gasmotorenkraftwerk in dieser Dimension und mit diesen Speichermöglichkeiten ist europaweit einmalig. Hoffentlich bleibt es bei fünf Monaten Verspätung. Hoffentlich droht hier nicht das Trauma Hauptstadtflughafen.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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