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Ulrich Metschies zum Filialsterben der Banken

Kommentar Ulrich Metschies zum Filialsterben der Banken

Wann waren Sie das letzte Mal in einer Bankfiliale? Beim Verfasser dieser Zeilen ist dieses Ereignis tief versunken im Sumpf des Vergessens. Irgendwann vor zwei, drei Jahren muss es gewesen sein, als es um die Baufinanzierung ging. Oder war es eine Riester-Beratung?

Kiel. Fakt ist: Im täglichen Leben kommen die meisten Kunden heute bestens klar mit Online-Banking und Geldautomat. Daher steht es schlecht um die Zukunft der Filiale.

Für die von niedrigen Zinsen und Bürokratismus drangsalierte Kreditwirtschaft ist das veränderte Nutzungsverhalten ein Riesenproblem. Einerseits fehlt es an Masse, um die Kosten eines engmaschigen Filialnetz zu rechtfertigen. Andererseits ist der persönliche Kontakt gerade aus Sicht älterer Kunden und bei komplexeren Themen nicht so leicht zu ersetzen. Online-Chat? Video-Beratung? Dahin geht die Reise, keine Frage. Doch ist das noch Verbrauchernähe? Quatsch, sagt der nicht so online-affine Kunde in Husum, der künftig 60 Kilometer zur nächsten Filiale nach Flensburg gurken muss. Sehr wohl, sagt der mobil Vernetzte, der sich freut, sonnabends Cappuccino schlürfend vom Sofa aus via Tablet mit seinem Berater zu konferieren.

Auch wenn es schmerzt: Die Mini-Zweigstelle, die kaum mehr kann als das Routine-Bankgeschäft, hat keine Zukunft mehr. Wie weit der Rückzug aus der Fläche darüber hinaus noch geht, das haben die Kunden letztlich selbst in der Hand. Schließlich gibt es ja zwei Bankengruppen, die sich Regionalität weiter auf die Fahnen schreiben.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Foto: Hier ist spätestens Ende März kommenden Jahres Schluss: Kieler Deutsche-Bank Filiale in der Holtenauer Straße. Künftig müssen die Kunden zum Rathausplatz.

Am Wochenende waren nur Schlaglichter an die Öffentlichkeit gekommen. Nun steht fest: Die Deutsche Bank wird bis Ende März kommenden Jahres sieben ihrer 35 Filialen in Schleswig-Holstein schließen.

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