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Ulrich Metschies zum MFG-5-Gelände

Kommentar Ulrich Metschies zum MFG-5-Gelände

Ein vitales, „mischgenutztes“ Quartier will Kiel auf dem MFG-5-Gelände schaffen, eines, das Wohnen, Arbeiten und Erholen am Wasser intelligent miteinander vernetzt. Dass es nicht trivial ist, in diesem Geflecht aus Anforderungen die Balance zu wahren, zeigt einmal mehr der gestrige Unmutsausbruch des IHK-Präsidenten.

Klaus-Hinrich Vater ist wütend darüber, dass der gewerbliche Seegüterumschlag im Grundsatzbeschluss für das wichtigste Zukunftsprojekt Kiels nur in Form einer planerischen Option Platz findet. Dieser Ärger ist verständlich. Ein Gewerbegebiet am Meer ohne Tür zum Meer: Wie traurig wäre das denn?

Vordergründig geht es im Konflikt um das MFG-5-Areal um den Tonnenhof der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, der an seinem jetzigen Standort dem Wohnen im Wege steht und bei einer Verlegung in den Plüschowhafen so viel Kai-Fläche benötigt, dass für gewerblichen Güterumschlag kein Platz mehr bleibt. Tatsächlich erleben wir die nimmer endende Interessenkollision von Wirtschaft und Kommunalpolitik. Während Vater den Aderlass an Industriearbeitsplätzen stoppen will, setzt die Stadt aufs Wohnen als Geldbringer, um das 87-Millionen-Projekt schultern zu können. Beide Positionen haben ihre Berechtigung. Und so sollten beide Seiten gemeinsam alle Möglichkeiten ausloten, damit die Wirtschaft auf dem MFG 5 Zugang zum Wasser bekommt. Nur eines kann eine klamme Stadt nicht: mit zig Millionen Euro für eine Kai-Anlage in Vorleistung treten – nur für den Fall, dass irgendwann ein Investor mit Umschlagsbedarf anklopft.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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MFG-5-Gelände
Foto: Der heutige Tonnenhof in Holtenau beherbergt mehr als 100 Tonnen sowie die Spezialschiffe „Scharhörn“ (Foto) und „Bussard“. Streit gibt es nun um den Platzbedarf am geplanten neuen Standort.

Dass das MFG-5-Gelände nicht nur der Wirtschaft offenstehen soll, sondern auch dem Wohnen am Wasser – damit hat sich der IHK-Präsident abgefunden. Dass aber auch der WSV-Tonnenhof mehr Kaikante erhalten könnte, findet Klaus-Hinrich Vater gar nicht.

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