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Ulrich Metschies zum PR-Kampf um Fehmarnbelt-Tunnel

Kommentar Ulrich Metschies zum PR-Kampf um Fehmarnbelt-Tunnel

Dass sich die Fährreederei Scandlines und die Planer des Fehmarnbelt-Tunnels eine PR-Schlacht liefern, ist nicht schön – aber verständlich. Der Bau der festen Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark wird die Verkehrsströme zwischen dem skandinavischen Raum und Kontinentaleuropa fundamental verschieben.

Dass der 18-Kilometer-Tunnel erst in mehr als zehn Jahren fertig sein wird, kann Scandlines nicht beruhigen: Mit der Eröffnung der Verbindung wird die deutsch-dänische Reederei auf einen Schlag ihr Transportmonopol auf der Vogelfluglinie verlieren. Die beiden bereits verwirklichten Querungen auf dänischer Seite zeigen, dass Schiffsverbindungen schlechte Karten haben, wenn sie plötzlich Konkurrenz auf Straße und Schiene bekommen: Sowohl auf dem Öresund als auch auf dem Großen Belt sind etablierte Fährverbindungen aus dem Markt verdrängt worden.

Ob Scandlines das gleiche Schicksal ereilt, ist eine spannenden Frage – aber im Zusammenhang mit dem Milliardenprojekt Fehmarnbelt-Querung längst nicht die wichtigste. Viel entscheidender, und das durfte auch eine Delegation ostholsteinischer Bürgermeister auf ihrer Reise durch Lolland-Falster und Seeland lernen, ist die Frage, wie die betroffenen Regionen sich auf so ein Jahrhundert-Projekt vorbereiten. Lärmschutz für Anwohner und andere Ausgleichsmaßnahmen zu fordern, weil künftig Güterzüge eng getaktet durch eine vom Tourismus lebende Region rasen – das ist richtig und wichtig. Eine rein defensive Strategie reicht aber nicht, um sich die Vorteile zu sichern, die die feste Beltquerung bieten wird.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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