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Ulrich Metschies zum Seekabel

Kommentar Ulrich Metschies zum Seekabel

„Meilenstein“ gehört zu den arg strapazierten Begriffen, wenn es um die Beurteilung großer Infrastrukturprojekte geht. Im Fall des zwei Milliarden Euro teuren Baus einer Strombrücke zwischen Norwegen und Deutschland ist „Meilenstein“ jedoch keine Übertreibung, sondern die passende Bewertung.

Über das Seekabel „Nordlink“ werden beide Länder künftig Ökostrom austauschen und damit die Energiewende einen Riesenschritt voranbringen. Heute noch werden Windräder bei uns abgeschaltet, weil das Netz noch immer nicht fit ist für die verlässliche Aufnahme und Weiterleitung regenerativ erzeugten Stroms. Ab 2020 ist endlich Schluss mit dieser volkswirtschaftlichen Verschwendung. Das „grüne Kabel“ führt unsere Wind- und norwegische Wasserkraft zusammen zu einem effizienten Baustein klimafreundlicher Energieversorgung in Nordeuropa. Bläst der Wind stark, fließt der Strom in Norwegens Pumpspeicher. Bei Flaute kommt er zurück. Genial simpel eigentlich.

Simpel umzusetzen aber keineswegs. Acht Jahre hat die Idee auf dem Buckel. Und natürlich gab es Bedenken. Dass „Nordlink“ ökologisch segensreich ist, lässt sich daran ermessen, dass Naturschützer mit dem Bau heute keine Bauchschmerzen mehr haben – obwohl die Höchstspannungsleitung auch den Nationalpark Wattenmeer durchqueren wird. Nun zahlt sich aus, dass Landesregierung und Netzbetreiber Tennet das Projekt in einem transparenten Dialogverfahren sauber und juristisch pannensicher geplant und auf den Weg gebracht haben. Das ist doch auch mal ganz schön in Schleswig-Holstein.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Energie
Strommasten stehen im Abendrot.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) und die norwegische Botschafterin Elisabeth Walaas haben am Freitag in Nortorf (Kreis Steinburg) offiziell den ersten Spatenstich für die mehr als 620 Kilometer lange Stromverbindung "NordLink" gefeiert.

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