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Ulrich Metschies zum Transparenzgesetz

Kommentar Ulrich Metschies zum Transparenzgesetz

Wissen, was ein Sparkassen-Manager verdient. Oder der UKSH-Chef. Oder der Vorstandsvorsitzende eines Stadtwerkes. Natürlich gibt es im Leben eines Steuerzahlers wichtigeres als das. Dennoch ist es ein gutes Gefühl, diese Informationen künftig per Mausklick auf der Internetseite unseres Finanzministeriums abrufen zu können. Denn als Bürger dieses Landes, als Kieler, Lübecker, Neumünsteraner oder Plöner, sind wir alle auch Miteigentümer öffentlicher Unternehmen. Und als solche haben wir ein gutes Recht zu erfahren, wie viel die Akteure verdienen, von deren Kompetenz auch der Wert unseres Eigentums abhängt. Nur mit diesem Wissen lässt sich annähernd die Frage beantworten, ob Vorstandschef A oder Verwaltungsratsmitglied B für ihr Geld angemessen Verantwortung tragen und ebensolche Leistung zeigen – oder ob sie sich auf einem fürstlich bezahlten Versorgungsposten bequem eingerichtet haben.

Politiker müssen ihr Einkommen schon lange offenlegen. Auch den Führungskräften öffentlicher Unternehmen ist das zuzumuten. Zumal die Transparenzpflicht nicht schlagartig kommt, sondern in Etappen. Gewöhnung lindert den Anpassungsschmerz.

„Vorsicht Neiddebatte!“, warnen die Kritiker des Transparenzgesetzes, das der Landtag heute beschließen will. Wer Heimlichtuerei mit diesem Argument verteidigt, der ahnt wohl, dass Leistung und Gegenleistung in manchen Fällen in einem krassem Missverhältnis stehen.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Transparenzgesetz
Foto: „Es fühlt sich verdammt gut an, dass die Bürger jetzt sehen können, was Vorstände von Unternehmen verdienen, die ganz oder teilweise in öffentlicher Hand sind“, sagt Finanzministerin Monika Heinold.

Die Spitzenmanager vieler Landes- und Kommunalunternehmen müssen sich künftig tief in die Geldbörse gucken lassen. Ein entsprechendes Transparenzgesetz will der Landtag am Mittwoch mit breiter Mehrheit verabschieden. Die Regelung verpflichtet die Führungskräfte etwa des Uni-Klinikums, der Investitionsbank oder der öffentlichen Sparkassen, ihre Einkünfte offen zu legen.

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