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Ulrich Metschies zum Windgipfel

Kommentar Ulrich Metschies zum Windgipfel

War das ein „Windgipfel“, der dem Ausbau der Erneuerbaren endlich einen vernünftigen Rahmen gibt? Oder üben Bund und Länder mit ihren „Orientierungspunkten“ für die EEG-Reform Verrat am Klimaschutz? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Mit einem Deckel von bundesweit 2800 Megawatt Wind-Zubau jährlich verliert die Energiewende natürlich an Tempo. Auch die Ausbaupläne der Landesregierung geraten ins Wanken. Das Ziel, binnen zehn Jahren den Bruttostromverbrauch zu 300 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, kann Schleswig-Holstein nur noch erreichen, wenn es sich den Löwenanteil des Ausbaukontingentes sichert, das für das „Netzengpassgebiet“ Norddeutschland insgesamt vorgesehen ist. Das ist in der neuen EEG-Welt unsicher, weil künftig knallharter Wettbewerb die feste Einspeisevergütung ersetzt. Dass Torsten Albig diesen Dämpfer dennoch so locker wegsteckt, hat einen einfachen Grund: Das Thema Windkraft verliert im kommenden Landtagswahlkampf deutlich an Aufregerpotenzial.

Doch für den Klimaschutz ist es nicht besonders wichtig, ob ein Bundesland ein willkürlich gesetztes Ausbauziel erreicht. Was zählt ist, wie viel CO2 tatsächlich eingespart wird. Da hilft eine Anlage wenig, die aufgrund eklatanter Netzengpässe keinen Strom erzeugt, dafür aber Kosten. Gut, dass Ökostrom- und Netzausbau endlich verzahnt werden.

Gut übrigens auch, dass die Bayern sich eine Abfuhr holten: Mehr Biogas fordern, aber den Netzausbau behindern: Oiso, des gäd gar ned.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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EEG-Reform
Foto: Ministerpräsident Torsten Albig: „Mit dem vereinbarten Ausbaukorridor kann Schleswig-Holstein seine Ziele in der Energiewende erreichen.“

Rückschlag für das Windland Schleswig-Holstein: Nach den von Bund und Ländern vereinbarten Eckpunkten zur EEG-Reform muss der Ausbau der Windenergie im „echten Norden“ vermutlich gedrosselt werden. Kritik kam vom Landesbüro des Bundesverbandes Windenergie, Beifall von „Gegenwind“.

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