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Ulrich Metschies zum Wohnungsbau

Kommentar Ulrich Metschies zum Wohnungsbau

Dass bei uns in Deutschland relativ selten Häuser einfach so einstürzen, hat ganz viel mit Dingen zu tun, die kaum jemand liebt: Regulierungen, Verordnungen, Auflagen, Bestimmungen. Sicherheit und moderne Wohnstandards haben ihren Preis, und das ist auch in Ordnung so.

Doch in Deutschland würden auch nicht mehr Häuser einstürzen, wenn wir unseren Perfektionismus ein wenig zurückfahren. Ein Blick auf die jüngsten Prognosen zur Entwicklung des Wohnungsbedarfes macht deutlich, warum das dringend geboten ist: Bis 2030 werden allein in Schleswig-Holstein locker 177000 neue Wohnungen benötigt, deutlich mehr als bislang befürchtet.

 „Nicht jammen, endlich anpacken“ – nach diesem Motto reagiert die Bauwirtschaft auf diese Prognose. Und das zu recht. Schleswig-Holsteins Bauordnung, so sinnvoll sie in Vielem ist, erschwert mit ihrem Perfektionismus den Wohnungsbau genau dort, wo er am dringendsten nötig ist: in den dicht bebauten Quartieren der Innenstädte. Die einzige Möglichkeit, hier in großem Umfang neuen Wohnraum zu schaffen, besteht im Höhengewinn. Doch ein Korsett an Auflagen erschwert das Aufstocken, verbietet es schlicht, oder macht es unerschwinglich teuer. Hamburg zeigt, wie es anders geht. Dort wurde der Einsatz von Holz bis zu einer Höhe von 22 Metern freigegeben, was den Dachgeschossausbau wesentlich erleichtert. Bei uns ist nach sieben Metern Schluss. Warum?

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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