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Ulrich Metschies zum demografischen Wandel

Kommentar Ulrich Metschies zum demografischen Wandel

Das Thema demografischer Wandel ist in etwa so sexy wie ein Besuch beim Kieferorthopäden. Ja, wir werden immer weniger, wir werden immer älter, die Menschen zieht es in die Städte, Dörfer drohen zu veröden und den heute Jungen wird es im Alter wohl deutlich schlechter gehen als den Rentnern von heute.

Haben wir doch schon tausendmal gehört.

Das ist das Tückische mit Veränderungen, die nicht nur schleichend erfolgen, sondern auch noch unaufhaltsam sind: dass sie Fatalismus nähren. Doch der wäre schlimm, denn die Zeit zum Gegensteuern verrinnt uns zwischen den Fingern. Dank starker Zuwanderung wird Schleswig-Holstein zwar noch einige Jahre lang wachsen, doch wenn erst einmal die Babyboomer das Seniorenalter erreichen, so in zehn, 15 Jahren, wird gnadenlos zuschlagen, was die Statistiker so schön trocken Sterbeüberschuss nennen.

Was also tun? Vor allem gilt es, die Balance zu wahren zwischen Alarmismus und Lethargie. Rasanter Zuzug in die Städte, Aderlass auf dem flachen Land – Schleswig-Holstein hat einen Riesenberg an Aufgaben zu erledigen, um diesen Spagat zu meistern. Es gilt, Mobilität und Daseinsvorsorge auf dem Land zu sichern und gleichzeitig Zentren wie Kiel fit zu machen für den erwarteten Zustrom. Das kann nur gelingen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Nicht nur das Land und die Kommunen, sondern auch: die Alten und die Jungen.

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