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Ulrich Metschies zur Bilanz der HSH Nordbank

Kommentar Ulrich Metschies zur Bilanz der HSH Nordbank

Die HSH Nordbank freut sich über ihren ersten Gewinn seit vier Jahren. Doch darüber sollte sie sich gar nicht freuen, denn zustande kommt der Gewinn vor allem deshalb, weil die Bank Bilanzreserven angezapft hat.

Reserven, die sie bilden muss, weil sie wahrscheinlich ab 2019 Mittel aus der Zweitverlustgarantie der Länder in Anspruch nehmen wird. Andererseits könnte sie sich aber doch freuen, denn schließlich hat sie nur völlig EU-konform in ihren Sparstrumpf gegriffen, den sie aus eigenen Erträgen gefüllt hat.

Wer an dieser Stelle nicht weiterlesen mag, weil ihm das ganze Thema zu kompliziert und zu weit weg vom wirklichen Leben erscheint, der verdient Verständnis. Oder wie es gestern ein Bankenprofi am Rande der Pressekonferenz formulierte: „Das alles ist irre.“

Aber auch wenn die Realität noch so irre ist, können Landesregierungen sich ihr nicht entziehen. Als Hamburg und Schleswig-Holstein ihre havarierte Landesbank 2009 mit einem komplexen Garantie-Gerüst vor dem Absturz bewahrten, wussten alle Beteiligten, dass diese Zehn-Milliarden-Lösung verglichen mit einer Kapitalspritze in gleicher Höhe zunächst ziemlich günstig ist, dass die Bewältigung der HSH-Lasten damit jedoch nur in die Zukunft verschoben wurde. In dieser Zukunft sind die Bank und ihre Eigentümer nun angekommen. Wenn die Länder ab 2019 mehr zahlen und die HSH gleichzeitig von Garantiegebühren entlasten müssen, dann drohen natürlich Haushaltsrisiken. Dass am Ende der Steuerzahler die Zeche zahlen muss, ist jedoch noch lange nicht gesagt. Abgerechnet wird in zehn Jahren.

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Foto: Die HSH Nordbank hat die Bilanz für 2014 vorgelegt.

Die HSH Nordbank hat 2014 erstmals seit vier Jahren wieder Gewinne eingefahren – dennoch kommen auf die Eigentümer Schleswig-Holstein und Hamburg unruhige Zeiten zu.

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