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Ulrich Metschies zur HSH Nordbank

Kommentar Ulrich Metschies zur HSH Nordbank

Ein armes Land wie Schleswig-Holstein, in dem Schulen herunterkommen und Straßen zerbröseln, steigt mit Milliarden-Beträgen in das Geschäft mit faulen Schiffskrediten ein. Diese Vorstellung birgt Aufregerpotenzial.

Doch der Ankauf hochriskanter Finanzpapiere ist für die Eigentümer der HSH Nordbank längst mehr als eine vage Vorstellung, sondern eine von Wirtschaftsberatern und Fachleuten in den Ministerien ernsthaft erwogene Option.

Diese Feststellung ist nicht neu. Neu ist seit gestern, dass vertrauliche Papiere zur Zukunft der einstigen Landesbank – von wem auch immer – an die Öffentlichkeit gebracht wurden. Wer jetzt Alarm schreit und vor gigantischen Risiken für die Steuerzahler warnt, der ignoriert geflissentlich, dass diese Risiken schon lange bestehen, und zwar in einem Ausmaß, das noch erheblich größer sein dürfte als beim Ankauf wackelnder Schiffskredite.

Als größte Eigentümer können Hamburg und Schleswig-Holstein nicht tatenlos zusehen, wie ihre Bank von milliardenschweren Altlasten unter Wasser gedrückt wird. Da muss Ballast von Bord, und zwar bald. Sonst knipst die Bankenaufsicht ganz schnell das Licht aus. Doch ob eine Entlastung nun über den Ankauf von Problemkrediten geschieht, oder durch eine Senkung des Garantiezinses: Geld kostet die Rettung auf jeden Fall. Eine Abwicklung jedoch könnte für den Steuerzahler noch sehr viel teuer werden.

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Ulrich Metschies
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Foto: Die Situation der HSH Nordbank ist offenbar nicht so blumig.

Am Freitag will die HSH Nordbank frische Zahlen veröffentlichen – doch schon am Donnerstag gab es neuen Wirbel um die Zukunft des angeschlagenen Instituts. Medienberichten zufolge erwägen die Eigentümer Schleswig-Holstein und Hamburg eine milliardenschwere Rettungsaktion.

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