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Ulrich Metschies zum Standort-Konflikt bei der HSH Nordbank

Kommentar Ulrich Metschies zum Standort-Konflikt bei der HSH Nordbank

„Ich persönlich denke, dass der natürliche Standort für eine maritime Bank Hamburg ist.“ Dieser Satz von Peter Tschentscher liegt mehr als ein Vierteljahr zurück. Doch das, was der Hamburger Finanzsenator da nach der Einigung zwischen den beiden Ländern und der EU zur letzten Rettung der HSH Nordbank vor laufender Kamera von sich gab, ist noch heute geeignet, das Klima zwischen den HSH-Standorten Hamburg und Kiel zu belasten.

Die Unsicherheit für die 2800 Mitarbeiter könnte kaum größer sein. Wird es gelingen, das Institut bis Ende 2018 zu privatisieren – so wie es die Wettbewerbshüter aus Brüssel verlangen? Wie viele Arbeitsplätze wird ein Investor erhalten? Und: Wird es künftig weiter zwei gleichberechtigte Hauptstandorte geben? Wo so viel Ungewissheit herrscht, findet fehlgeleitetes Konkurrenzdenken reiche Nahrung. Und das ist brandgefährlich. Wenn ein Eigentümer derart plump für seinen eigenen Standort wirbt, dann redet er den anderen klein. Dies als „unsolidarische Unverschämtheit“ zu kritisieren, wie Kiels OB Ulf Kämpfer es tut, ist im Ton zwar recht rustikal, in der Sache jedoch ein Volltreffer.

Man sollte sich nichts vormachen: Nicht Hamburg und Schleswig-Holstein werden entscheiden, wo wie viele Stellen bei der HSH Nordbank erhalten bleiben, sondern der Investor. Doch die beiden Noch-Eigentümer dürfen bei der Gestaltung des Verkaufsprozess nicht nur einen hohen Preis anpeilen – sie müssen auch beschäftigungspolitisch besonnen agieren. Standorte gegeneinander auszuspielen, ist davon das Gegenteil.

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Sorge um HSH-Jobs
Foto:  In einem Schreiben an Ministerpräsident Torsten Albig äußerte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) seine Sorge um die Zukunft von rund 1100 Arbeitsplätzen.

Die Landeshauptstadt will alle Kräfte mobilisieren, um nach dem geplanten Verkauf einen Kahlschlag bei der HSH Nordbank in Kiel zu verhindern. In einem Schreiben an Ministerpräsident Torsten Albig äußerte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) seine Sorge um die Zukunft von rund 1100 Arbeitsplätzen.

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