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Ulrich Metschies zur Provinzial-Blitzfusion

Kommentar Ulrich Metschies zur Provinzial-Blitzfusion

Da springt es wieder aus der Kiste, dieses unselige Fusionsgespenst, das die Mitarbeiter der Provinzial seit Jahren bereits zu erschrecken pflegt. Aber warum sollte man sich Sorgen machen?

Mag der Sparkassenverband Westfalen-Lippe unter Führung des Strippenziehers Rolf Gerlach noch so sehr eine Turbo-Verschmelzung der Provinzial Nordwest mit dem Schwesterkonzern im Rheinland anstreben: Erst wenn alle Eigentümer des zweitgrößten öffentlichen Versicherers Deutschlands einer solchen Zäsur zustimmen, könnte es ernst werden. Doch von derlei Harmonie sind der Landschaftsverband und das Sparkassenlager so weit entfernt wie der russische Fußball von einem WM-Titel.

 Also zurücklehnen und durchatmen? Lieber nicht. Spätestens seit dem Allianz-Schock vor dreieinhalb Jahren ist klar, dass die Provinzial schnell zum Spielball finanzieller Interessen wird, weil ihre Eigentümer den öffentlichen Auftrag zwar ganz wichtig finden, angesichts der Herausforderungen für die Versicherungsbranche jedoch auch um die Höhe ihrer Dividende fürchten. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass zügiges Kassemachen nicht die schlechteste aller Optionen ist. Auch die am Dienstag eilig abgegebenen Dementis der handelnden Akteure sind wenig beruhigend. Denn daraus geht einzig hervor, dass eine Fusion so schnell nicht kommen wird. Wachsamkeit bleibt also oberstes Gebot. Denn für den Standort Kiel könnte eine Verschmelzung zum Fiasko werden.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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