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Ulrich Metschies zur Windkraft

Kommentar Ulrich Metschies zur Windkraft

Bis 2025, so steht es im Jamaika-Koalitionsvertrag, sollen in Schleswig-Holstein Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von zehn Gigawatt Öko-Strom an Land erzeugen. Das entspricht etwa sieben Atomkraftwerken.

Ganz schön ehrgeizig, dieses Ziel, wenn man bedenkt, dass wir aktuell gerade bei sechs Gigawatt sind und dass beim Ausbau der Windkraft an Land im Windland Schleswig-Holstein totaler Stillstand herrscht. Der Offshore-Boom ist da nur ein schwacher Trost.

 Denn wirtschaftlich, technologisch und klimapolitisch ist die Flaute an Land ein Desaster. Dass der Ministerpräsident Windkraft cool findet, ist ja schön, hilft aber nicht weiter. Nein, die Jamaika-Koalition ist nicht allein Schuld daran, dass im Norden annähernd 700 Projekte im Genehmigungsverfahren Moos ansetzen und fast drei Milliarden Euro an Investitionen auf Halde liegen. Aber Schwarz-Gelb-Grün hat die seit zwei Jahren von Rechtsunsicherheit geprägte Lage zusätzlich verschärft, indem das Bündnis Ausnahmegenehmigungen für neue Anlagen noch rigider handhabt als die Vorgängerregierung und die ohnehin schon hochkomplexe Überarbeitung der Regionalpläne mit neuen Mindestabständen noch einmal gehörig verkompliziert hat.

 Als ob das alles noch nicht schlimm genug wäre, schlägt auch noch ein handwerklich vermurkstes Erneuerbare Energien Gesetz eine Schneise der Verwüstung auf dem Heimatmarkt der deutschen Windbranche. Die braucht schon lange keine Subventionen mehr, sondern endlich Planungssicherheit.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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