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Ulrich Metschies zur Wohnraumstudie

Kommentar Ulrich Metschies zur Wohnraumstudie

Für Menschen in Berlin, München – oder auch in Kiel – dürfte es ein schwacher Trost sein: In weiten Teilen Deutschlands können sich Mieter größere Wohnungen leisten als noch vor einigen Jahren. Doch mit Durchschnittsberechnungen, wie sie das Kölner IW jetzt angestellt hat, ist es bekanntlich so eine Sache.

Kiel. Eine Hand im Kochtopf, die andere im Gefrierschrank – das ergibt im Schnitt wohlige Wärme. Ja, das Resultat der IW-Studie ist insgesamt eine positive Nachricht. Daraus jedoch zu folgern, dass das freie Spiel von Angebot und Nachfrage auf einem so existenziellen Markt zu einem guten Ergebnis führt, dass also politische Eingriffe bitteschön zu unterbleiben haben, das wäre naiv. Denn ein im Durchschnitt erfreuliches Ergebnis kann über massive regionale Verwerfungen nicht hinwegtäuschen.

Die lassen sich mit Kappungsgrenzen oder Mietpreisbremsen nicht aus der Welt schaffen. Dort jedoch, wo das Ungleichgewicht zu übermächtig wird, muss der Staat ins Marktgeschehen eingreifen – behutsam aber wirkungsvoll. Langfristig aber muss die Politik endlich Rahmenbedingungen schaffen, die den Neubau bezahlbarer Wohnungen nicht länger behindern, durch einen unglaublichen Bürokratismus etwa oder überzogene und teure Energiesparverordnungen.

Vor allem aber muss eine vorausschauende Stadtentwicklung auch in die Attraktivität von Quartieren investieren, die Wohnungssuchende bislang kaum auf dem Radar haben. So würde sich auch in Kiel vieles entspannen.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Foto: Wenn in Kiel ein Mieter 25 Prozent seines verfügbaren Einkommens einsetzt, kann er derzeit 71 Quadratmeter beziehen.

Die Mieten in Deutschland steigen – doch die Einkommen steigen stärker. Damit können sich auch die meisten Mieter in Schleswig-Holstein mehr Wohnraum leisten als noch vor sechs Jahren. Ausnahmen sind Kiel und der Kreis Segeberg. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung.

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