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Andreas Geidel zu Holsteins Krise

Kommentar Andreas Geidel zu Holsteins Krise

1:3 in Wiesbaden – Schwamm drüber, nur eine ärgerliche Niederlage für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel? Nein! Selten, vielleicht nie in seiner Amtszeit an der Förde wirkte Cheftrainer Karsten Neitzel so ratlos, so demoralisiert wie nach diesem sportlichen Rückschlag. Nicht nur die näher rückenden Abstiegsränge schienen an der mentalen Kraft des 47-Jährigen zu nagen.

War Neitzel endgültig bewusst geworden, dass der von ihm und dem mittlerweile abgetretenen Sportlichen Leiter Ralf Heskamp zusammengestellte Kader trotz zehn externer Neuzugänge ohne einen Stürmer der Extraklasse nicht die erhoffte Qualität auf den Rasen bringt? Abgewanderte Akteure wie Rafael Kazior oder Mikkel Vendelbo, die allseits akzeptierten Leit-Störche einer über Jahre gewachsenen Truppe, wurden nicht ansatzweise gleichwertig ersetzt. Das Verletzungspech von Kenneth Kronholm, Marlon Krause und Milad Salem kommt hinzu. Ebenso der Last-Minute-Verkauf von Innenverteidiger Hauke Wahl.

Vor dem ersten Anpfiff dieser Serie hatte Neitzel die Sorge umgetrieben, der hohe Konkurrenzkampf im Kader könne negative Auswirkungen haben. Am Sonnabend saßen auf der Kieler Einwechselbank mit Manuel Schäffler und Dominik Schmidt gerade noch zwei potenzielle Stammplatzkandidaten. Eine klare Hierarchie im Team ist nach dem personellen Umbruch weiter nicht zu erkennen. Vermisst wird zudem der bedingungslose Teamgeist der glorreichen Vorsaison. Der dort gewonnene Kredit ist fast vollständig verspielt. Drei Siege, aber schon fünf Niederlagen – die Bilanz nach einem Drittel der Spielzeit macht wenig Mut.

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Andreas Geidel
Sportredaktion

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