8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Anne Gramm zum Aus von Wetten dass

Kommentar Anne Gramm zum Aus von Wetten dass

1981 gab es noch kein Privatfernsehen in Deutschland, IBM stellte seinen ersten Personalcomputer vor und Volkswagen baute den Golf I. Wer nicht mindestens 40 ist, braucht gar nicht zu versuchen, alles das, was seither an großen und kleinen Veränderungen passiert ist, im Zeitraffer zu rekapitulieren. Vermutlich kommen aber sowohl die über als auch die unter 40-Jährigen zu demselben Schluss: Was hier demnächst an Fernsehgeschichte zu Grabe getragen wird, ist ein echter Dinosaurier. Und deren Zeit war ja bekanntlich auch irgendwann vorbei.

Gar nicht so falsch, was Thomas Gottschalk zum Aus von „Wetten, dass..?“ spontan einfiel: „Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können.“ Denn, so sehr sich die Kritik auch an Moderator Markus Lanz festmachte – es waren nicht allein seine aufgesetzten Scherze und seine allzu glatte Art, die dem Klassiker den Todesstoß versetzten. Auch ein Thomas Gottschalk würde im Jahr 2014 nicht mehr die Quote liefern, von der das ZDF träumt.

Als Gottschalk 2011 nach dem dramatischen Unfall von Wettkandidat Samuel Koch seinen persönlichen Schlussstrich zog, wurde „Wetten, dass..?“ vielfach als letztes Lagerfeuer gerühmt, um das sich die TV-Gemeinde noch Generationen übergreifend versammeln würde. Aber schon da glomm die Glut nur noch, und das Fernsehvolk verabredete sich immer häufiger an anderen Treffpunkten, gern auch im Internet. „Wetten, dass..?“ war in den 80er-Jahren großartig, überraschend, frisch. Aber die 80er sind vorbei.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion