2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Anne Gramm zum Brandanschlag in Tröglitz

Kommentar Anne Gramm zum Brandanschlag in Tröglitz

Der kleine Ort Tröglitz, in dem gerade einmal knapp 3000 Menschen leben, ist ein Fall für die großen Nachrichten geworden. Anfang März tritt der parteilose Bürgermeister zurück, weil er sich und seine Familie von Rechtsextremisten bedroht sieht. Jetzt, keine vier Wochen später, zünden Unbekannte das Haus an, in dem 40 Flüchtlinge Obdach finden sollten.

An Tröglitz, so scheint es, wollen Rechtsextremisten ein Exempel statuieren. Lokalpolitiker, Kirchengemeinde und viele Bürger in der Ortschaft in Sachsen-Anhalt aber auch.

Ein mutiger Landrat hält an seinem Plan für das Flüchtlingsheim fest. Ein mutiger ehemaliger Bürgermeister bietet zwei private Wohnungen für die Übergangszeit an. Und auch die paar Dutzend Menschen, die sich am Sonnabend für eine Willkommenskultur in ihrem Ort auf die Straße stellten, sind mutig – in einer derart aufgeheizten Situation wie in Tröglitz reicht selbst das, um zur Zielscheibe rechtsextremer Wirrköpfe zu werden.

Ihnen allen, die den Kampf gegen Rechts so beherzt aufnehmen, ist mit der Betroffenheitslyrik, wie sie am Sonnabend aus Berlin kommend im Minutentakt auf die Republik niederging, nicht geholfen. Der „Aufstand der Anständigen“ braucht tatkräftige Unterstützung. Für Tröglitz bedeutet das zunächst einmal Schutz, der diesen Namen auch verdient. Ein paar Polizeistreifen mehr zu fahren, reicht nicht – die Flüchtlinge, aber auch ihre Betreuer müssen sich in Sicherheit fühlen können. Und für den Staatsschutz sollten rechtsextreme Straftaten absolute Priorität haben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Anschlag in Tröglitz
Foto: Flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen aus Kiel: Luise Amtsberg zog 2013 in den Bundestag ein.

Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen, Luise Amtsberg, mahnt neue Konzepte für die Integration von Asylbewerbern an: Die Kieler Grünen-Abgeordnete verlangt, die Nachbarn von Flüchtlingsheimen besser zu informieren.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr