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Anne Holbach zum Familiennachzug

Kommentar Anne Holbach zum Familiennachzug

Immer mehr Minderjährige, die ohne Eltern auf der Flucht sind, erreichen unser Land. 2567 haben inzwischen hier Unterschlupf gefunden. Angesichts so großer Zuwachsraten bei den unbegleiteten Flüchtlingen hat mancher besorgte Bürger Angst davor, dass nach den Jugendlichen auch massenhaft ihre Angehörige herkommen. Sie glauben, die Familien schickten ihre Kinder vor, um einfacher Asyl zu bekommen.

Fakt ist aber: Der Familiennachzug ist noch kein Massenphänomen. Im Jahr 2015 haben nur 442 Kinder ihre Eltern nachgeholt. Eine mickrige Fallzahl im Vergleich zu den Hunderttausenden Flüchtlingen, die derzeit nach Europa strömen.

Man könnte den riesigen Streit über den Familiennachzug deswegen unverhältnismäßig nennen. Und doch ist er wichtig, weil es hier um Kindeswohl geht. Egal, ob nur um das von Hunderten oder das von Zehntausenden.

Die Jugendlichen waren oft monatelang auf der Flucht – weit weg von zu Hause, ohne Mutter und Vater, auf sich allein gestellt. Nicht selten sind sie bei ihrer Ankunft traumatisiert. Nimmt man ihnen nun die Perspektive, ihre Eltern bald wiederzusehen, trägt das sicher nicht dazu bei, ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Wer in ständiger Angst um die Angehörigen lebt, hat es schwerer, sich aufs Deutschlernen, eine Ausbildung und das Gewöhnen an eine neue Kultur einzulassen. Dabei hätten gerade die jungen Flüchtlinge gute Chancen auf Integration.

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Flucht ohne Eltern
Foto: Im Land sind immer häufiger jugendliche Flüchtlinge.

Rund 68000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben derzeit in Deutschland. Während die Koalition in Berlin darüber streitet, ob und wann sie ihre Familien nachholen dürfen, nimmt die Zahl junger Asylbewerber auch in Schleswig-Holstein stark zu.

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