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Arnold Petersen zu Alexis Tsipras’ Besuch in Moskau

Kommentar Arnold Petersen zu Alexis Tsipras’ Besuch in Moskau

Die Aufregung vor der Visite war groß – im Rückblick wohl zu groß. Nach allem, was bekannt ist, kann keine Rede davon sein, dass sich Alexis Tsipras von Wladimir Putin hat kaufen lassen. Die Warnungen der europäischen Seite klingen im Nachhinein reichlich schrill.

Der Grieche setzt auf einen Spagat. Er will mit Moskau Geschäfte machen und die EU-Partner, die allein sein Land vor dem Bankrott retten können, bei der Stange halten. Tsipras und Putin haben durchaus gemeinsame Interessen. Der eine will seinen Geldgebern demonstrieren, dass er auch anders kann. Der andere will zeigen, dass er keineswegs isoliert ist. Doch Putin hat nichts zu verschenken. Der Einbruch des Ölpreises und der Rubel-Verfall setzen Russland schwer zu.

Tsipras sieht darin für Griechenland eine Chance. Er will Russland beim Bau einer neuen Erdgasleitung unterstützen. Dafür hofft er auf russisches Gas zum Rabattpreis, auf Investitionen und die Wiederaufnahme des russischen Imports von Obst und Gemüse. Festzuhalten ist: Auch andere Länder wie Deutschland haben mit Russland eigene Konditionen für Gaslieferungen ausgehandelt. Und der Einfuhrstopp für europäische Agrarerzeugnisse wurde von Moskau verhängt, nicht von der EU. Tsipras würde also nicht die gemeinsame europäische Linie unterlaufen, käme es zu diesem Handel.

Das allerdings ist keineswegs sicher. Die Verlautbarungen blieben ausgesprochen vage. Einen Erfolg kann der Mann aus Athen jedoch verbuchen: Er hat all die vorab erhobenen Vorwürfe vom Foulspiel als voreilig entlarvt.

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