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Bastian Modrow zum Betreuungsgeld

Kommentar Bastian Modrow zum Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld war bereits ein Auslaufmodell, als es im August 2013 startete. Dass die von der CSU durchgepeitschte Pauschale für Mütter und Väter, die ihre Kinder zu Hause betreuen und erziehen, früher oder später juristisch gekippt werden würde, war klar. Nur: Die Leidtragenden des Karlsruher Urteils dürfen nicht die Eltern sein, deren Antrag bis zum Stichtag nicht bearbeitet war, die aber fest mit dem Geld gerechnet haben und nun ohne Finanzhilfe dastehen.

Neumünster. Das eiligst vom Bund vorgegebene Prozedere ist unfair. Klagen betroffener Eltern sind programmiert – und zwar nicht nur in Schleswig-Holstein. Bundesweit dürfte der Widerstand in den kommenden Wochen anschwellen. Entsprechend gut beraten wäre das Bundesfamilienministerium, schnell eine einheitliche Lösung zu schaffen, die weniger willkürlich ist. In unzähligen anderen Fällen ging und geht dies doch auch.

Anstatt alle Anträge, die bis zum Stichtag 21. Juli, dem Tag des Urteils, noch keinen grünen Bewilligungshaken hatten, einfach wegzuwerfen und Eltern von heute auf morgen die Möglichkeit zu nehmen, einen Antrag zu stellen, sollte eine verbindliche, nachvollziehbare, vor allem aber gerechte Übergangfrist her. Für viele Betroffene gibt es nämlich keine Alternative: Kurzfristig noch ein Betreuungsangebot in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter zu finden, dürfte angesichts zu weniger Plätze nahezu unmöglich sein.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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