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Bastian Modrow zum Hundegesetz

Kommentar Bastian Modrow zum Hundegesetz

Schleswig-Holstein bekommt 2016 ein neues Hundegesetz. Nach langem Hin und Her ist es im Juni auf den Weg gebracht worden. Eine neuerliche politische Diskussion ist nicht notwendig. Das Gesetz ist gut. Daran ändert auch die Attacke eines sogenannten Kampfhundes in Boksee nichts.

Ohne Zweifel: Der Zwischenfall ist alarmierend, die erlittenen Verletzungen des Opfers wiegen schwer. Möglicherweise hat die Frau ein Leben lang mit einem Trauma zu kämpfen. Nur ändert das nichts daran, dass ein vergleichbarer Vorfall auch mit einem Schäferhund, Dalmatiner oder Rottweiler hätte passieren können. Dass es im konkreten Fall nun ein Staffordshire-Terrier mit massiver Beißkraft war, ist zwar tragisch, ändert aber nichts daran, dass Rufe, zu einer Rasseliste zurückzukehren, verfehlt sind. Abgesehen davon, dass sich der Angriff in einem Haus zugetragen hat, in dem es keine Maulkorbpflicht gibt, ist kein Hund keiner Rasse per se gefährlich. Es gibt schlichtweg kein Gen des Bösen. Jeder Verhaltensforscher wird das wissenschaftlich bestätigen.

Entscheidend ist und bleibt der „beste Freund“: der Mensch. Er allein prägt das Wesen eines Hundes. Mitunter sind es aber auch ganz profane äußere Einflüsse, die ein Tier zu untypischen, auch aggressiven Handlungen bewegen. Ein einfaches Gewitter, vor dem die meisten Hunde panische Angst haben, kann dafür schon ausreichend sein. Möglicherweise auch in der Nacht zu Dienstag.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Boksee
Foto: Ein Staffordshire-Terrier wurde von der Polizei in Boksee erschossen.

Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf einen Staffordshire-Terrier in Boksee (Kreis Plön) bleiben viele Fragen ungeklärt. Fragen, die für die Polizei gegenwärtig keine Rolle mehr spielen.

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