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Bastian Modrow zum Türkisch-Unterricht

Kommentar Bastian Modrow zum Türkisch-Unterricht

Grundsätzlich gibt es nichts, was gegen muttersprachlichen Unterricht für Schüler spricht. Im Gegenteil: Die Sprache der Eltern zu erlernen und die aktive Auseinandersetzung mit Kultur und Gesellschaft sind wichtig.

 Wissenschaftliche Untersuchungen haben sogar bewiesen, dass sich die Angebote positiv auf die schulischen Leistungen der Kinder auswirken können. Und doch ist eine Neuordnung der muttersprachlichen Unterrichtsangebote, speziell durch türkische Konsulatslehrer, in Schleswig-Holstein nicht nur notwendig, sondern längst überfällig.

Natürlich: Ohne die Entwicklung in der Türkei gäbe es die aktuelle Diskussion wohl gar nicht. Die Frage aber, ob das ansonsten so wachsame Bildungsministerium beim muttersprachlichen Unterricht einfach wegschauen darf, kann und sollte unabhängig von den Ausfällen Erdogans und möglichen Manipulationsversuchen in anderen Bundesländern gestellt werden. Die Antwort ist nämlich ganz einfach: Der Staat muss wissen, was in seinen Schulen passiert. Dafür sind klare inhaltliche Vorgaben an die Lehrpläne und eine hoheitliche Auswahl von Lehrkräften nötig.

Sich auf eine Jahrzehnte alte Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft zu berufen, ist keine Lösung. Andere Bundesländer haben längst eigene Konzepte entwickelt. Schulministerin Britta Ernst muss gar nicht lange suchen: Der Blick zu unseren Nachbarn in Hamburg oder Niedersachsen reicht. Abschreiben ist hier ausnahmsweise erlaubt.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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