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Bastian Modrow zum sozialen Tag

Kommentar Bastian Modrow zum sozialen Tag

Der Soziale Tag ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte aus Schleswig-Holstein. Vor mehr als 20 Jahren hatten Schüler aus dem Norden die Idee, selbst anzupacken, Geld zu sammeln und mit ihrer Arbeit Gleichaltrige in Krisen- und Kriegsregionen zu unterstützen. „Schüler Helfen Leben“ war geboren und ist seit 1998 eine feste Größe, inzwischen in ganz Deutschland.

Umso bitterer, dass nun ausgerechnet im Herkunftsland des erfolgreichen Projekts bürokratische Hürden das soziale Engagement junger Menschen behindern.

Grundsätzlich liegt SPD-Schulministerin Britta Ernst richtig, wenn sie verbindliche Standards festlegen will. Rechtssicherheit ist für alle Beteiligten notwendig. Dennoch hat sie Fehler gemacht und neue Probleme geschaffen. Unterm Strich bleiben viele Fragen ungeklärt. Wurden Einwände der Wirtschaft anfangs noch hinreichend berücksichtigt, bürdet sie mit dem gegenwärtigen Prozedere ausgerechnet ihren Lehrern nicht nur Mehrarbeit auf, sie lässt die Pädagogen auch noch allein mit der elementaren Frage, ob sie im Fall eines Unfalls der Kinder haftbar gemacht werden können.

Dass Lehrer diese Verantwortung ablehnen, ist verständlich. Dass Schulen im Land nun reihenweise Schülern die Teilnahme versagen, ebenso. Hier muss eiligst Klarheit geschaffen werden – zur Not vom Ministerpräsidenten Torsten Albig. Als Schirmherr des Sozialen Tages sollte er ein gesteigertes Interesse am Erfolg der Aktion haben.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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