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Bastian Modrow zur aktuellen Kriminalitätsstatistik

Kommentar Bastian Modrow zur aktuellen Kriminalitätsstatistik

Die Kriminalität in Schleswig-Holstein sinkt, die Aufklärungsquote ist im ersten Halbjahr 2015 insgesamt weiter gestiegen. Da könnten Innenminister und Polizeiführung die Sektkorken knallen lassen. Wäre da nicht ein kleiner, aber entscheidender Makel: die gesunkene und erschreckend geringe Aufklärungsquote im Bereich der Wohnungseinbrüche.

Kein anderes Delikt hat einen derart hohen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl. Jeder auch nur versuchte Einbruch trifft die Opfer als Eingriff in die Intimsphäre. Das Zuhause ist heilig, ein persönlicher Ort. Kann die Polizei Angriffe auf Haus und Wohnung trotz spezieller Ermittlungsprogramme nicht verhindern und nur in den seltensten Fällen aufklären, dann ist das wahrlich kein Grund zum Feiern.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Einbruchszahlen im zweiten Halbjahr entwickeln. Möglicherweise spielen der Polizei die Großbaustellen auf den Autobahnen 7 und 24 in die Karten. Die Staugefahr auf den Fluchtrouten könnte überregionale Banden ebenso abschrecken wie die geplanten Blitzer auf der Rader Hochbrücke. Aber dauerhaft werden sich so keine Einbrecher fernhalten lassen. Deshalb muss kurzfristig nach neuen Ansätzen für Prävention gesucht und an bestehenden Konzepten gefeilt werden. Ohne zusätzliches Personal wird das nicht funktionieren, soll die Strafverfolgung bei anderen Delikten nicht leiden.

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Kriminalitätsstatistik in Schleswig-Holstein
Foto: Ein ungesichertes Fenster kann mit einem Schraubenzieher einfach aufgebrochen werden

Die Kriminalität in Schleswig-Holstein ist auf dem Rückzug: Mit 95139 Straftaten hat die Landespolizei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres fast 3000 Fälle weniger als im Vorjahreszeitraum registriert. Die Aufklärungsquote ist zugleich abermals gestiegen – allerdings mit einer entscheidenden Ausnahme: Im Bereich der Wohnungseinbrüche hat die Polizei trotz spezieller Ermittlungsgruppen und -konzepte so wenig Straftaten wie noch nie auflösen können.

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