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Bodo Stade: Kontra G9

Kommentar Bodo Stade: Kontra G9

Sie können es nicht lassen. Kaum rückt die nächste Landtagswahl in die Nähe, stürzen sich die Bildungspolitiker auf die Schulen. Und wieder ist es die CDU, die eine Systemdebatte lostritt, die niemandem nützt. Jedenfalls nicht denen, um die man sich angeblich so sorgt.

Denn Schüler, Eltern und Lehrer können nichts weniger gebrauchen als eine bildungspolitische Rückwärtsrolle, die alles auf den Kopf stellt, was mühsam erarbeitet wurde.

Keine Frage: Die von eben dieser CDU durchgepaukte Einführung des achtjährigen gymnasialen Bildungsganges war alles andere als leicht. Doch die Schulen haben auf die Probleme reagiert, Stundenpläne und Lerninhalte angepasst. G8 ist nach wie vor anstrengend, funktioniert aber immer besser. Und mit Gemeinschaftsschulen und einem insgesamt durchlässigen Bildungssystem ist der Weg zum Abitur in Schleswig-Holstein auch für Schüler zu bewältigen, die nicht im Turbo-Tempo lernen.

Die Nord-CDU will das nicht sehen. Ihr Vorstoß hat viel mit Wahltaktik zu tun und ziemlich wenig mit verantwortlicher Bildungspolitik. Sie rüttelt am mühsam errungenen Schulfrieden und verunsichert nicht nur die Viertklässler und ihre Eltern, die jetzt über einen Schulwechsel nachdenken und wieder nicht wissen, was die Zukunft bringt.

Liebe Nord-CDU, lass doch die Schulen einfach in Ruhe arbeiten. Wer die Bildungschancen verbessern will, mag sich gern für die Qualifizierung der Lehrer stark machen oder mehr Geld für Ausstattung und Klassenzimmer bereitstellen. Da ist jede Idee willkommen. Experimente auf dem Rücken der Schüler gehören nicht dazu.

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Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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