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Bodo Stade zu den Gaardener Fällen

Kommentar Bodo Stade zu den Gaardener Fällen

Es ist der Gedanke an die hilflosen Opfer, der einem bei jedem Fall von Kindesmissbrauch den Atem raubt. Es ist die Ohnmacht, es nicht verhindern zu können, die uns auch immer wieder wütend macht. Bei den beiden Verbrechen, die sich in Kiel ereignet haben, ist das nicht anders.

Schon sie allein erschüttern uns. Die Erkenntnis aber, dass der mutmaßliche Täter hätte gestoppt werden können, lässt uns fassungslos zurück.

Es ist die große Frage nach dem Warum. Warum nur hat man den Mann nicht schon nach der ersten Tat dingfest gemacht? Warum wurden die Haftgründe auch dann noch verneint, als es klare Hinweise auf dessen psychische Erkrankung gab? Und warum hat man ihn nicht zumindest im Auge behalten und beispielsweise Kita- und Schulleitung ins Vertrauen gezogen?

Natürlich ist es im Nachhinein leicht, auf die Verantwortlichen zu zeigen. Niemand wird einem Staatsanwalt oder einem Polizeibeamten ernsthaft unterstellen wollen, dass ihn diese Fälle kalt lassen. Es ist aber ein Hohn, wenn ein Behördensprecher die Festnahme des Tatverdächtigen jetzt „als unglaublichen Erfolg der Ermittler“ feiert.

Nein, unglaublich ist der Vorgang, dass auf die verzweifelten Hilferufe, die von der Mutter des Mannes ausgingen, nicht oder nicht angemessen reagiert wurde. Es ist zu wenig, formaljuristisch zu argumentieren oder auf Überlastung hinzuweisen. Auf die Frage nach dem Warum muss es ehrliche Antworten geben.

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Kindesmissbrauch Gaarden
Foto: Sozialarbeiter Savas Sari fürchtet, dass Ausländer zunehmend unter Generalverdacht  gestellt werden.

Für Eltern, Kinder und Beschäftigte des betroffenen Kinderhauses ist die Lage mehr als schwierig. Mütter und Väter üben Kritik, dass sie von der Hausleitung nicht sofort nach dem Missbrauch informiert wurden, die Arbeiterwohlfahrt hält dagegen, dass dem mutmaßlichen Täter auf der Stelle Hausverbot erteilt worden sei.

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