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Bodo Stade zu den Grundschullehrern

Kommentar Bodo Stade zu den Grundschullehrern

Not macht erfinderisch. Und die Not ist groß im Bildungsministerium. Es ist nämlich schwer zu erklären, warum sich einzig und allein die Lehrkräfte an den Grundschulen mit einer niedrigeren Besoldungsstufe zufrieden geben sollen, während alle anderen Kollegen auf ein einheitliches Gehaltsniveau zusteuern.

Die ehrliche Antwort ist nicht einmal schwer. Die Bildungspolitiker hatten in den vergangenen Legislaturperioden einfach so viel damit zu tun, die Schullandschaft umzukrempeln, dass die Debatte über das dafür notwendige pädagogische Personal schlicht zu kurz kam. Am Ende blieb dem Land kaum eine andere Wahl, als die neuen Lehrer für die politische gewollte Gemeinschaftsschule genauso zu bezahlen wie die Lehrer an den Gymnasien – obwohl es sich schon diese Lösung eigentlich gar nicht leisten kann.

Dass sich Lehrkräfte an den Grundschulen so gesehen benachteiligt fühlen müssen, liegt auf der Hand. Sie sind es schließlich, die den Grundstock für die spätere Bildungskarriere der Schüler legen. Sie haben auch schon binnendifferenzierten Unterricht für unterschiedlich starke Schüler gegeben, als es noch gar keine Gemeinschaftsschulen gab. Einen Weg aufzuzeigen, ihnen eine höhere Besoldung zu ermöglichen und zugleich den Bedarf an Sonderschulpädagogen zu decken, zeugt tatsächlich von Erfindungsreichtum. Es bleibt nur die große Sorge, dass das Geld für diese Art von Schulfrieden früher oder später an einer anderen Stelle des Bildungswesens fehlen könnte.

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Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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Lehrkräfte an Grundschulen können auf eine Beförderung hoffen. Das Schulministerium bestätigte den Kieler Nachrichten, dass geprüft werde, ob man Grund- und Hauptschullehrern (A12) eine sonderpädagogische Fortbildung anbieten und sie danach wie Sonderschulkräfte (A13) bezahlen könne.

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