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Carola Jeschke zum Internationalen Markt

Kommentar Carola Jeschke zum Internationalen Markt

Eines steht fest: Der Internationale Markt ist das Schlaraffenland der Kieler Woche. Köstlich, vielfältig und exotisch lädt er zur kulinarischen Weltreise ein. Doch dieses Angebot hat seinen Preis. Das wissen erfahrene Besucher schon lange. Und das wissen auch die Anbieter, die immer stärker an der Preisschraube drehen.

Beim Blick auf den kleinen (!) griechischen Gyrosteller für acht Euro, auf ein Stück Flammkuchen für sieben Euro und eine Pfütze Erdbeerbowle für 4,50 Euro plus Pfand kann einem glatt der Appetit vergehen. An der Spitze der unrühmlichen Preisspirale liegt Ruanda mit einem Mix afrikanischer Spezialitäten für atemberaubende 14,80 Euro. Ein Familienbummel über den Internationalen Markt ist bei explodierenden Preisen für viele nicht mehr finanzierbar. Das Publikum spaltet sich: Die einen konsumieren Krokodilspieß, die anderen leisten sich höchstens Pommes oder greifen zur mitgebrachten Stulle.

Klar, generell kann man auch ohne viel Geld und Essen seinen Spaß haben auf der Kieler Woche, aber bei welchem Preis hört der Spaß auf dem Internationalen Markt auf? Die Antwort müssen alle Beteiligten für sich finden: die Stadt bei der Festsetzung fairer Standgebühren, die Standbetreiber mit einem akzeptablen Preis-Leistungsverhältnis und bezahlbaren Probierportionen, die Besucher notfalls mit einem Boykott überteuerter Angebote. Solange letztere ohne mit der Wimper zu zucken den Geldbeutel zücken, wird sich so schnell nichts an der Preismisere ändern.

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Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kieler Woche 2015
Foto: Mascha Zwingelberg (l.) und Lara Fischer sind neugierig auf das exotische Fleisch am Südafrika-Stand.

Die kulinarische Weltreise durch 30 Nationen auf dem Internationalen Markt in Kiel hat sich gelohnt: Gleich satte 16 Mal vergaben unsere 20 Testesser die Bestnote von drei Kochmützen für das Angebot der Stände von Australien über Ungarn bis Ruanda.

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