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Carola Jeschke zum unbefristeten Kita-Streik

Kommentar Carola Jeschke zum unbefristeten Kita-Streik

Über den Beruf der Erzieher ist inzwischen eigentlich alles gesagt. Ja, Erzieher machen einen großartigen Job. Ja, Erzieher sollten für diese wichtige und anspruchsvolle Arbeit angemessen bezahlt werden. Nicht umsonst waren die Sympathien der Eltern mit ihnen, als sie vor mehr als zwei Wochen die Kitas schlossen und auf die Straße gingen. Doch jetzt befinden wir uns in Woche drei eines unbefristeten Kita-Streiks.

Die Nerven der Eltern liegen blank, die Gewerkschaften halten an ihrer Zehn-Prozent-Forderung fest und machen es den Arbeitgebern leicht, sich zu verweigern. Die Kommunen kassieren derweil Kita-Gebühren ohne Gegenleistung. Eine Lösung scheint zeitlich in weiter Ferne - vielleicht dort, wo die Eltern einst ihren Sommerurlaub vermuteten. Wenn sie denn noch Urlaubstage hätten. Über die Kinder spricht seltsamerweise niemand. Keine der Verhandlungsparteien scheint es zu interessieren, dass mit jedem weiteren Streiktag (kleine!) Kinder in fremde Noteinrichtungen oder neben Mamas Schreibtisch verfrachtet werden, aus ihrem vertrauten Alltag herausgerissen werden und nicht verstehen, warum sie nicht in die Kita dürfen.

Ist es Blindheit für die echte Notsituation vieler Familien oder warum verkündet Verdi fast schon stolz, dass man notfalls bereit ist, bis zu den Ferien zu streiken? Hier wird tatsächlich in Kauf genommen, dass Dritte über einen langen Zeitraum unter sturer Kompromisslosigkeit leiden müssen. In dieser Situation gibt es nur einen Weg: zurück an den Verhandlungstisch, und zwar ganz schnell.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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