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Christian Hiersemenzel zu den Flüchtlingsunterkünften

Kommentar Christian Hiersemenzel zu den Flüchtlingsunterkünften

Man sollte sich von dieser Nachricht nicht täuschen lassen: Nur weil das Land bis zum Jahresende acht seiner aus dem Boden gestampften Erstaufnahmen schließen will, sind die vielen Tausend Flüchtlinge nicht verschwunden.

Sie leben nur inzwischen nicht mehr in den Landesunterkünften, sondern in unseren Stadtteilen und Dörfern, sie trainieren neben uns in den Fitnessstudios und stehen hinter uns an der Kasse im Supermarkt. Die Integrationsleistung von uns allen hat gerade erst begonnen. Nicht umsonst schüttet der Bund in den nächsten drei Jahren sechs Milliarden Euro an die Länder aus.

Innenminister Stefan Studt handelt richtig, wenn er angesichts der gesunkenen Zuwandererzahlen jetzt die Reißleine zieht und sich von Standorten verabschiedet. Das Geld allerdings, das er dort nicht mehr ausgegeben muss, wird er an anderer Stelle für genau dieselben Menschen dringend brauchen. Zum Beispiel, um Sprachkurse und Jobtraining zu bezahlen, aber auch, um den Kommunen den dringend benötigten Ausgleich dafür zu geben, dass sie Wohnungen vorhalten, die im Augenblick keiner mehr benötigt. Seltsam entspannt fühlt sich die Lage nach dem aufgeheizten vergangenen Jahr gerade an. Beinahe so, als würde im Nahen Osten kein Orkan mehr brausen, als wäre niemand mehr vor dem Terror auf der Flucht. Das Drama klopft eben nicht mehr an die eigene Haustür. Umso besser ist es, dass Studt weiterhin gewappnet bleibt. 15000 Plätze für den Notfall sollten hoffentlich ausreichen.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Halbjahresbilanz

Die Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtungen und Landesunterkünfte für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein werden reduziert. Das hat Innenminister Stefan Studt am Dienstag, 12. Juli, in Kiel bekannt gegeben: „Die Flüchtlingszahlen sind weiterhin rückläufig, die Auslastung der Einrichtungen ist gering."

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